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Von Bioabfall zu Kompost

Wie in Wien aus 100.000 Tonnen biogenem Abfall bis zu 50.000 Tonnen Kompost werden.

1,4 Mio. Tonnen Bio-Abfall österreichweit

Fertig gekocht und übrig bleiben die Obst- und Gemüseabfälle; am Wochenende endlich Zeit für’s Garteln gehabt und jetzt steht man vor einem Berg von Baum- und Strauchschnitt – typische Situationen, die jede/r ÖsterreicherIn kennt.

Dieser und noch viel mehr biogener Abfall kommen jährlich auf die stolze Menge von 1,4 Millionen Tonnen in Österreich. Allein in Wien sind es 100.000 Tonnen.

 

Viele Wege führen nach…

Getreu dem Spruch „Viele Wege führen nach Rom“ findet der biogene Abfall aus Garten und Küche wirklich über viele Wege zur MA 48. Entweder direkt von der Wiener Bevölkerung via Abgabe am Mistplatz und Sammlung in der kostenlosen Biotonne der Einfamilienhäuser oder von den Wiener Parks, Grünflächen wie die Donauinsel und von den Wiener Landwirtschaftsbetrieben. Egal, wo das wertvolle Material herkommt, alles wird zum eigenen Kompostwerk der MA 48 im 22. Bezirk geliefert.

 

Trennung in Bio- und Strukturmaterial

Im Kompostwerk wird das angelieferte Material je nach Ursprung zuerst einmal getrennt abgeladen: Biomaterial wie Obstabfälle, verwelkte Blumen oder Rasenschnitt aus der Biotonne kommen auf die eine Seite, sogenanntes Strukturmaterial wie Zweige und Äste von den Mistplätzen auf die andere Seite.

Geschreddert und zerkleinert

Im nächsten Schritt wird der Bioabfall im Schredder zerkleinert, auf ein Förderband aufgegeben und mit einem Sieb von den Verunreinigungen, wie Folien befreit. 

Auf einem zweiten Förderband wird das zuvor im Schredder zerkleinerte Strukturmaterial, wie Zweige oder Äste, aufgegeben.

Der perfekte Mix

Die beiden Förderbänder treffen sich, wodurch  wird das zerkleinerte Bitonnen- und Strukturmaterial vermischt und mit Wasser befeuchtet wird. Das ist wichtig für den Kompostiervorgang, den Bakterien machen.

 

Weiter zur Verrottung

Nach der Durchmischung wird das Material in Sattelschlepper gefüllt, die es wenige Meter weiter zur sogenannten Rotteflächen bringen. Dort wird der aufbereitete biogene Abfall aufgehäuft und rottet zügig dahin. 

 

Mikroorganismen bauen das Material ab

Die Arbeit bei der Kompostierung wird von den Mikroorganismen erledigt. Diese arbeiten aber nur dann optimal, wenn diese genug Luft und Wasser bekommen, bei zu wenig Luft und zu viel Wasser beginnt es zum Faulen und stinkt, bei zu viel Luft und zu wenig Wasser trocknen das Material aus, und die Mikrooranismen können nicht mehr arbeiten.

Daher wird das Kompostrohmaterial in den nächsten Wochen zudem noch mit einem „Umsetzer“ ab und zu durchmischt, um dem Material Sauerstoff zuzuführen, und bei Bedarf noch einmal mit Wasser versetzt. Luft und Wasser gewährleisten dabei einen gut funktionierenden Kompostiervorgang. 

 

Kompost und Gartenerde

Nach rund acht bis zwölf Wochen der Kompostierung ist das Material ausgereift und kann abgesiebt werden – fertig ist der Kompost. 

In Zahlen bedeutet das: aus dem Ursprungsmaterial von 100.000 Tonnen biogenem Abfall können 40.000 bis 50.000 Tonnen Kompost mit der höchsten Güteklasse (Güteklasse A+) gewonnen werden.

Aufgrund seiner guten Güteklasse wird der Kompost für den biologischen Landbau oder als Bodenverbesserungsmittel auf den landwirtschaftlich genutzten Flächen der Stadt Wienverwendet. Zusätzlich wird der Kompost zur Produktion von torffreier Garten-/ Blumenerde weiterverarbeitet. Die torffreie Erde der MA 48 „Guter Grund“  ist auf allen Wiener Mistplätzen erhältlich. Außerdem können die WienerInnen – je nach Verfügbarkeit - bis zu einem halben Kubikmeter Kompost gratis auf den Mistplätzen abholen. 

 

Aus gutem Grund - die Wiener Biotonne

Wie aus Bioabfällen torffreie Erde wird.