Zahlen und Fakten

59,76 Millionen Tonnen Abfälle im Jahr 2015

Ungefähr 4,2 Mio. Tonnen davon sind Siedlungsabfälle aus Haushalten und ähnlichen Einrichtungen

...das sind: 482 Kilogramm jährlich pro Person

Im Jahr 2015 fielen rund 4,2 Millionen Tonnen Siedlungsabfälle aus Haushalten und ähnlichen Einrichtungen an – das entspricht 482 Kilogramm Abfall pro Person und unterteilt sich in 40 % Rest- und Sperrmüll und 60 % getrennte Sammlungen. Ein enormes Potenzial, um aus den Abfällen von gestern, die Rohstoffe für morgen zu gewinnen.

Plus 10,4 % Primärabfälle 

Im Vergleich zu 2009 ist das Aufkommen an Primärabfällen (also Altpapier, Elektroaltgeräte, Sperrmüll, aber vor allem Bauschutt etc.) um 10,4 % gestiegen. Grund dafür ist zum Beispiel der Recyclingprozess beim Bau des Brennerbasistunnels - durch dieses Projekt steigt das Aushubmaterial enorm an.

Doch unsere Abfälle sind nicht einfach nur Abfälle - nein, sie können ein wertvoller Rohstoff für neue Produkte sein! Wiederverwendung, Recycling sowie sonstige Verwertungsmöglichkeiten stehen für eine nachhaltige Zukunft auf der dringlichen "to do"-Liste.

Trennen und Recyceln ist „in“

Die getrennte Sammlung von Glas-, Metall- und Kunststoffverpackungen aus dem Haushaltsbereich hat (im Vergleich zu 2009) im Jahr 2015 um 3,6 Prozent auf über 400.000 Tonnen zugenommen. Eine Steigerung konnte auch bei Papier-, Pappe- und Kartonabfälle (Verpackungen und Drucksorten) mit einem Plus von rund zwei Prozent verzeichnet werden. Das zeigt: die richtige Trennung von Abfällen liegt im Trend. Auch ausgediente Altautos rosten nicht einfach vor sich hin, sondern bieten wichtige Rohstoffe für morgen; 87 % der Materialien aus heimischen Altfahrzeuge werden verwertet. Bei Elektroaltgeräten wird ungefähr jedes zweite Gerät gesammelt und wichtige Rohstoffe zum Beispiel für Schmuck gewonnen.

1. ÖsterreicherInnen sind TrennmeisterInnen

Laut der Eurobarometer-Umfrage zum Thema Ressourceneffizienz im Jahr 2012 gaben 97 % der österreichischen Befragten an, ihren Abfall zu trennen - der EU-27-Durchschnitt liegt bei 89 %, also deutlich darunter.

2. ÖstereicherInnen sind RecyclingkaiserInnen

In einem Bericht der europäischen Umweltagentur von 2010 ("Managing municipal solid waste") wurden die Recyclingraten von 32 europäischen Ländern verglichen und auch hier steht Österreich auf Platz Eins - mit einer Recyclingrate von 63 %, gefolgt von Deutschland (62%), Belgien (58%), den Niederlanden (51%) und der Schweiz (51%). Mittlerweile hat sich die heimische Recyclingrate sogar auf 66 % gesteigert (2015)!

3. Österreich im Spitzenfeld bei der Erfassung und Aufbereitung von Elektroaltgeräten

Geht es um die Erfassung und Aufbereitung von ausgedienten Elektrogeräten, wartet Österreich mit einer hohen Rate auf: die von der EU bis 2006 geforderte Sammelquote von 4 kg pro EinwohnerIn und Jahr, haben wir bereits zuvor erfüllt. Und der heutige Stand der Dinge? Rund 9 kg/ EinwohnerIn und Jahr.

4. Österreich ist Vorreiter bei Verpackungsabfällen

Mit einer Verwertungsrate von 95 % im Bereich Verpackungsabfälle liegt Österreich unter den erfolgreichsten Mitgliedstaaten der EU (im Jahr 2010) - neben Deutschland (94 %) und den Benelux-Staaten (93 %).

Die (Verpackungs-)Gewinner im Recycling- und Verwertungsprozess

Platz 1: In punkto Recycling stehen Papier-, Pappe- und Kartonagenverpackungen am Stockerlplatz - mit einer Recyclingrate von rund 85 %. Altpapier kann nämlich mehrmals den Prozess von Produktion und Recycling durchlaufen; die Fasern daraus können ca. sechsmal eingesetzt werden.

Platz 2: Die Silbermedaille geht an Glasverpackungen, die mit 84,5 % Recyclingrate aufwarten. Für die richtige getrennte Sammlung von gebrauchten Glasverpackungen stehen österreichweit rund 80.600 Sammelbehälter für Weiß- und Buntglas zur Verfügung. Die Unterteilung in Weiß- und Buntglas ist deswegen so wichtig, da bei der Herstellung von Weißglas kein Buntglas dazwischen kommen darf - sonst würde es Verfärbungen geben. 

Platz 3: Metallverpackungen liegen auf Platz Drei - mit 57 % Recycling-Quote. Werden die Metallverpackungen richtig gesammelt und sortiert, werden sie aber bis zu 100 % rezykliert! Nur ein Beispiel: Eisenmetalle sind hochwertige Rohstoffe bei der Stahlerzeugung und werden zum Beispiel zu Stahlträgern von Windrädern weiterverarbeitet. 

Platz 4/5: Im Bereich Kunststoffe erreicht Österreich eine Recyclingquote von 33.6 % (verlangt von der EU sind 22.5 %). Der Rest wird thermisch verwertet zum Beispiel als Ersatzbrennstoff für die Industrie. Bei Kunststoff-Verpackungen ist eine Sortierung ganz wichtig, weil verschiedene Kunststoffarten bei unterschiedlichen Temperaturen schmelzen - und nur durch eine qualitativ gleichartige Trennung kann ein hochwertiges Granulat entstehen, zum Beispiel für das Bottle-to-Bottle-Recycling. Auch im Bereich Holz-Recycling liegt die Quote in Österreich mit 19 % über der EU-Vorgabe von 15 %. Der Rest wird zur Energiegewinnung genutzt.

39.800 Arbeitsplätze schaffen 5,2 Millionen Euro Wertschöpfung

Jährlich generiert die kommunale Abfallwirtschaft in den Betrieben und über ihre Zulieferkette eine Wertschöpfung von rund 1.235 Millionen Euro und sichert knapp 14.800 Arbeitsplätze. Im privaten Sektor arbeiten rund 25.000 Österreicherinnen und Österreicher und sorgen für eine Wertschöpfung von ca. 4 Milliarden Euro (Stand 2014).

Was wandert bei den Österreichern und Österreicherinnen in den Müll?

  • 21,6 % Kunststoffe und Verbundstoffe
  • 17,7 % Organisches (zum Beispiel Speisereste)
  • 12,5 % Papier und Karton 
  • 9,5 % Hygieneartikel
  • 8,9 % Textilien
  • 4,7 % Glas
  • 4,6 % Metall
  • 20,5 % Sonstiges