Presse

Oktober 2018

Presseinformation

Nicht mehr benötigte Kartonschachteln und ausgelesene Tageszeitungen gehören in den Papiercontainer – das denken viele Österreicherinnen und Österreicher, ist jedoch nicht ganz richtig. Insbesondere größere Kartonagen sollten besser im Abfallsammelzentrum abgegeben werden. Dann steht dem perfekten Recyclingkreislauf auch nichts mehr im Weg! 

Richtig gesammeltes Altpapier wird in Österreich fast zur Gänze für die Produktion neuer Papierprodukte verwertet. Bis zu sechs Mal können die Papierfasern wiederverwendet werden und sich in neuen Zeitungen, Büchern oder Zeitschriften wiederfinden. Kartonagen hingegen, werden wieder zu neuen Verpackungen, zum Beispiel für Müsli, Reis oder Schokolade.

Der heimische Recyclingkreislauf – neue Verpackungen für unseren Alltag

Ein 100-prozentiges Recycling – das ist in der Abfallwirtschaft die Königsklasse der Verwertung. Und das schaffen (Alt-)Papier und (Alt-)Karton locker. Rund 1,67 Millionen Tonnen fallen davon jährlich in Österreich an. Damit könnte man die berühmte Cheops-Pyramide in Ägypten bis zur Hälfte füllen – oder man schickt sie wieder in den Papierkreislauf zurück.

Ausgedientes Papier wird zuerst sortiert und kommt dann in sogenannte „Pulper“, ähnlich wie ein übergroßer Mixer. Darin wird das Material mit Wasser vermischt und aufgelöst. Danach wird der Wasser-Faser-Brei gesiebt, um alle Kleinmaterialrückstände wie Sand, Büroklammern, Kunststofffolien oder Glas auszuscheiden. Eine Tageszeitung muss dann in einem weiteren Schritt noch dem „De-Inking“-Verfahren unterzogen werden, d.h. das Material wird nochmals mit Wasser vermischt und Chemikalien hinzugefügt, die dem Gemisch seine Farbe entziehen. Dabei heften sich die enthaltenen Druckfarbenpartikel an die Luftblasen an und schwimmen als Schaum oben auf. Der Schaum muss dann nur noch abgeschöpft werden. Mit Hilfe von Sieben und Walzen wird dem Gemisch das Wasser entzogen und über eine Slalom-Bahn getrocknet. Die fertige Papierbahn ist dann wieder bereit für die Weiterverarbeitung zu neuen Zeitungen, Katalogen oder Magazinen.

Aus recycelter Wellpappe hingegen, werden zum Beispiel Faltkartons und Kartonverpackungen gefertigt. Dabei werden alte Kartons mit Frischfasern aus Holz aufbereitet und zu Verpackungen für Müsli, Reis oder Schokolade gestanzt und gefaltet.

Was in den Altpapier-Container darf

Damit Altpapier auch verwertet werden kann, ist die richtige Trennung besonders wichtig. Für den Altpapier-Behälter geeignet sind Zeitungen, Illustrierte, Kataloge, Prospekte, Briefe und Schreibpapier. Große Kartonagen und Schachteln sollten jedoch nach Möglichkeit beim Abfallsammelzentrum abgegeben werden. Um Platz in den Behältern zu sparen, sollten Zeitungen gestapelt und sperrige Papierprodukte vor dem Einwurf gefaltet werden. Sonstiges Verpackungsmaterial, wie z.B. Styropor oder Kunststoffhüllen, muss entfernt werden, bevor die Papierteile in den Altpapierbehälter geworfen werden.

Im Unterschied dazu gehören Milch- und Getränke-Verbundverpackungen in die Gelbe Tonne bzw. in den gelben Sack. Durchschlag- und Thermopapier, Taschentücher, Papierhandtücher und Küchenrolle sowie verschmutztes oder fettiges Papier und beschichtete Kartonverpackungen werden über den Restmüll entsorgt. Mehr Beispiele zum Recycling von Papier, Karton und Co. gibt’s unter www.rundgehts.at

Über die Initiative Rund Geht’s

Die österreichische Abfallwirtschaft trägt in den privaten und kommunalen Betrieben und über ihre Zulieferkette rund 5,2 Milliarden Euro zum BIP bei. Sie sichert knapp 40.000 Arbeitsplätze. Mit dem Ziel Infos, Zahlen und Fakten zur heimischen Abfallwirtschaft und deren Maßnahmen in der Bevölkerung zu verankern, wurde die bundesweite Kampagne „Rund Geht’s“ gestartet. Mit Beispielen aus der Kreislaufwirtschaft zeigt die Kampagne auf, wie richtig getrennter Abfall von heute intelligent aufbereitet zum Rohstoff von morgen wird.

Ins Leben gerufen wurde die Kampagne vom Österreichischen Wasser- und Abfallwirtschaftsverband (ÖWAV) gemeinsam mit zahlreichen Akteuren der Abfallwirtschaft, den Bundesländern, den Abfallverbänden, BMNT, WKÖ u.v.a. Bis heute unterstützen über 50 Partner die Kampagne.


Juli 2018

Presseinformation

Scherben bringen Sicherheit: Altes Fensterglas für leuchtende Straßenmarkierungen

Wer in der Nacht auf Österreichs Straßen unterwegs ist, kennt sie: die leuchtenden Straßenmarkierungen. Was aber kaum jemand weiß: dahinter stecken Mikroglasperlen in der Markierung, die das Scheinwerferlicht reflektieren und so den Weg durch die Dunkelheit weisen. Noch dazu stammen die kleinen Glasperlen aus einem Gegenstand, von dem wir täglich umgeben sind – und zwar aus Altglas, genauer gesagt aus Fensterglas.

Das Flachaltglas wird dafür zu Glaswerken, zum Beispiel zu Swarco in Amstetten, transportiert und weiter verarbeitet. Im ersten Schritt werden die Glasscherben in Glasbrechern und Hammermühlen zu Glasgranulat zerkleinert und gesiebt. Danach wird es geschmolzen, wodurch sich das Granulat in kleine sogenannte Reflexglasperlen verformt. Diese kleinen Perlen werden zum Schluss in die frischen Fahrbahnmarkierungen gemischt und schon sorgen sie für das Leuchten auf unseren Straßen und somit für mehr Verkehrssicherheit. Möglich wird das nur mit Hilfe eines funktionierenden Recyclingkreislaufs, der schon beim Bürger beginnt.

Richtig getrennt ist halb recycelt

Für ein reibungsloses Glasrecycling müssen Herr und Frau Österreicher das Trennen von Altglas ernst nehmen. Alte Spiegel, Fenstergläser oder Autoscheiben gehören unbedingt in die Abfallsammelzentren, um wieder in den Glaskreislauf gebracht zu werden und keinesfalls in den Restmüll. Auf die richtige Trennung muss natürlich auch beim Klassiker unter dem Glasrecycling –den Glasflaschen und Glasverpackungen – geachtet werden. In den Weißglasbehälter gehören ausschließlich völlig durchsichtige Glasverpackungen. Gefärbte gehören zur Buntglassammlung. Denn: Weißglas entfärbt Buntglas und gefärbtes Glas färbt farbloses ein. Beides unterbricht sonst den Glaskreislauf.

Glasverpackungen: Aus Alt mach Neu

Ist das Altglas richtig getrennt, können daraus wieder viele wertvolle Produkte, wie neue Glasflaschen und Glasbehälter entstehen. Dafür wird zum Beispiel bei der Firma Waizinger in Oberösterreich das Altglas zerkleinert und die Etiketten mechanisch abgetrennt. Übrig bleibt das Glasgranulat, das eingeschmolzen und wieder in Form gebracht wird. Das neue Produkt wird zum Schluss noch optisch, mechanisch und elektronisch geprüft. Tausende Tonnen Quarzsand, Kalk, Dolomit aber auch Erdgas und Strom können damit im Vergleich zur Neuproduktion eingespart werden. Glasrecycling leistet damit einen wesentlichen Beitrag zu einem geringeren Ressourcenverbrauch und für unsere Umwelt.

Über die Initiative Rund Geht’s

Die österreichische Abfallwirtschaft erwirtschaftet in den privaten und kommunalen Betrieben und über ihre Zulieferkette rund 5,2 Milliarden Euro. Sie sichert knapp 40.000 Arbeitsplätze. Mit dem Ziel Infos, Zahlen und Fakten zur heimischen Abfallwirtschaft und deren Maßnahmen in der Bevölkerung zu verankern, wurde die bundesweite Kampagne „Rund Geht’s“ gestartet. Mit Beispielen aus der Kreislaufwirtschaft zeigt die Kampagne auf, wie richtig getrennter Abfall von heute der Rohstoff von morgen ist.

Ins Leben gerufen wurde die Kampagne vom Österreichischen Wasser- und Abfallwirtschaftsverband (ÖWAV) gemeinsam mit zahlreichen Akteuren der Abfallwirtschaft, den Bundesländern, den Abfallverbänden, BMNT, WKÖ u.v.a. Bis heute unterstützen über 50 Partner die Kampagne.


Mai 2017

Presseinformation

Auf den Spuren unserer Reste – von Abfällen zu wertvollen Rohstoffen

Mai 2017. Es geht rund in der österreichischen Abfallwirtschaft: Im Rahmen der neuen Bewusstseinskampagne „RUND GEHT’S“ wird der heimischen Bevölkerung gezeigt, dass aus Abfällen wichtige Rohstoffe für neue Produkte gewonnen werden können.

Jährlich fallen in Österreich mehr als 57 Millionen Tonnen an Abfällen an. Allein vier Millionen Tonnen in Form von Sperrmüll, Elektroaltgeräten, Verpackungen & Co werden aus Haushalten gesammelt, weitere mehr als 22 Millionen Tonnen Abfälle haben ebenfalls ein enormes Recyclingpotential. Denn: Abfälle sind ein wichtiger Rohstoff und das wird jetzt auch der österreichischen Bevölkerung bewusst gemacht.

Aus diesem Grund  wurde mit allen wichtigen Akteuren der heimischen Abfallwirtschaft die neue Kampagne „Rund Geht’s“ entwickelt. Diese folgt den Spuren unserer Reste und holt die vielfältigen Kreisläufe vor den Vorhang: Wussten Sie, dass aus Altpapier neues Papier produziert wird? Wahrscheinlich schon. Aber wie sieht’s mit folgenden Beispielen aus: aus Elektroaltgeräten wird sogar Gold und Silber für Schmuck gewonnen, Kunststoffverpackungen werden zu Granulaten für Gartenmöbel oder Stöckel von High Heels und Eisen aus Autowracks finden sich in Windradstehern wieder! „Rund Geht’s“ zeigt genau diese vielfältigen Wege –  was mit den Resten des Alltags passiert, nachdem man sie entsorgt hat. Und zwar anhand von bekannten und weniger bekannten Good-Practice Beispielen sowie interessanten ReUse-Projekten. Dadurch wird das Sammelengagement der heimischen Bevölkerung bestärkt.

Ins Leben gerufen wurde die Kampagne vom Österreichischen Wasser- und Abfallwirtschaftsverband (ÖWAV) gemeinsam mit zahlreichen Akteuren der Abfallwirtschaft, den Bundesländern, den Abfallverbänden, BMLFUW, WKÖ u.v.a. Bis heute unterstützen über 50 Partner die Kampagne.

Website, Facebook & Co.: Kreislaufgeschichten aus dem Alltag

Auf der neuen Website www.rundgehts.at können Herr und Frau Österreicher Schritt für Schritt den Weg des Abfalls mitverfolgen und bekommen einen Einblick, was und wie viel noch daraus gewonnen werden kann. Zudem gibt es viele Infos, Zahlen und Fakten zur heimischen Abfallwirtschaft und welche Maßnahmen gesetzt werden, damit aus dem Abfall von heute schon Morgen ein neues Produkt entsteht.

Jedes Beispiel ist immer so aufgebaut, dass detailliert erklärt wird, wie der Abfall X in ein neues Produkt Y fließt. Anhand des Kreislaufs „Vom Elektroaltgerät zum Schmuckstück“ gestaltet sich das inhaltlich beispielsweise folgendermaßen: jährlich werden österreichweit 82.400 Tonnen Elektroaltgeräte in kommunalen oder gewerblichen Sammelstellen gesammelt. Von dort werden sie zu speziellen Verwertungsanlagen gebracht, wo sie im ersten Schritt zerschlagen werden. Im Schredder wird der Elektronikschrott dann weiter zerkleinert und Eisenmetalle mittels Magneten ausgeschieden. Das restliche Material kommt in ein Schüttelsieb, wodurch Nichteisenmetalle herausgesiebt werden. Diese Nichteisenmetalle – wie beispielsweise Kupfer, Gold oder Silber – können dann wieder eingeschmolzen und zum Beispiel in Schmuckstücken verarbeitet werden.

Der Kreislauf „Von Joghurtbechern & Co zu Damenschuhabsätzen“ wird wie folgt dargestellt: Aus Altstoffsammelzentren kommen Joghurtbecher, Pflanztöpfe & Co. zu speziellen Aufbereitungsanlagen, wo sie gereinigt und sortenrein getrennt werden. In einem sogenannten „Extrusionsverfahren“ werden die Kunststoffteile zerkleinert und im weiteren Verarbeitungsschritt eingeschmolzen, wodurch Kunststoffgranulate entstehen. Diese können dann wieder aufgeschmolzen und in die gewünschte Form gepresst werden. Da Kunststoffgranulate sehr robust sind, eignen sie sich gut für Stöckel von Damenschuhen oder auch als Gartenmöbel.

Neben dem Webauftritt wurden auch frische Werbesujets zu verschiedenen Sammelfraktionen, Online-Banner, Infofolder u.v.m. entwickelt sowie eine Facebook-Seite www.facebook.com/rundgehts aufgesetzt, um die ÖsterreicherInnen auch im Social Media-Kosmos mit allen News zu versorgen.

Kampagnen-Auftakt: Startschuss mit Eyecatcher auf öffentlichen Plätzen

Zum Start der Kampagne wurden auffällige Medienaktionen in verschiedenen Städten Österreichs, wie Graz oder Innsbruck, inszeniert. Den BewohnerInnen wird dabei hautnah vermittelt, was durch Wiederverwertung alles möglich ist und wie sich die Recyclingkreisläufe schließen. Den Auftakt markierte Graz anlässlich der Abfallwirtschaftstagung am 10. Mai 2017 zum Thema Kunstoffabfälle, wo mit einer Kunstinstallation im öffentlichen Raum – einer Pyramide aus Kunstoffabfällen beim Eisernen Tor in der Herrengasse und Schuhen aus Joghurtbechern in den Auslagen zahlreicher Geschäfte auf die Kampagne aufmerksam gemacht wurde. In Innsbruck wurde gemeinsam mit zahlreichen Tiroler Unternehmen und Akteuren das Thema Kupfer ausgewählt – mit einer Installation eines Kabelsalats auf der Innbrücke wurde darauf aufmerksam gemacht, dass auch aus alten Kupferkabeln viele neue Produkte entstehen können, wie zum Beispiel für Münzen, Elektrogeräte oder historische Dächer. Begleitet wurden beide Medienaktionen mit einem Facebook-Gewinnspiel und attraktiven Preisen. Zudem sind noch weitere Aktionen in Landeshauptstädten in Planung.

Zahlen & Fakten

Das Abfallaufkommen Österreichs lag im Jahr 2015 bei rd. 59,76 Millionen Tonnen – 57,10 Millionen Tonnen Primärabfälle und 2,66 Millionen Tonnen an Sekundärabfällen (diese resultieren aus der Behandlung von Primärabfällen). Zu Primärabfällen zählen zum Beispiel Sperrmüll, Aushubsmaterial, Biogene Abfälle, u.v.m. 4,2 Millionen Tonnen davon sind Siedlungsabfälle aus Haushalten und ähnlichen Einrichtungen – das entspricht 482 Kilogramm Abfall pro Person und unterteilt sich in 40 % Rest- und Sperrmüll und 60 % getrennte Sammlungen.

Jährlich generiert die kommunale Abfallwirtschaft in den Betrieben und über ihre Zulieferkette eine Wertschöpfung von rund 1,2 Milliarden Euro und sichert knapp 14.800 Arbeitsplätze. Im privaten Sektor arbeiten rund 25.000 Österreicherinnen und Österreicher und sorgen für eine Wertschöpfung von ca. 4 Milliarden Euro (Stand: 2014).

 

Download Unterlagen zur Aktion in Graz: http://bit.ly/2qWvGsC

Download Unterlagen zur Aktion in Innsbruck: http://bit.ly/2qqFxJ5


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