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Vom Tunnelausbruch zu Beton

Ein Gigant der Bauprojekte in Österreich mit einer zusätzlichen Besonderheit – der zukünftige Brenner-Basistunnel in Tirol.

Pyramide von Gizeh mal sechseinhalb

Der Brenner-Basistunnel zählt zu den größten baulichen Projekten Österreichs: Mit 64 Kilometern wird er die längste unterirdische Eisenbahnverbindung der Welt. Im Zuge der Errichtung fallen 17 Millionen Kubikmeter Ausbruchsmaterial – sprich: Gestein aus dem Berg – an, mehr als sechseinhalb Mal so viel Volumen, wie die Pyramide von Gizeh.

 

Aus dem Tunnel heraus

Baut man einen Tunnel, macht man dies immer step by step: zuerst wird an der vordersten Front des Tunnels (der sogenannten Ortsbrust) ein paar Meter tief in den Berg gesprengt, nachfolgend wird das so gelöste Gestein – das Ausbruchsmaterial – mit einem Förderband oder per LKW aus dem Tunnel gebracht.

Zerkleinert und aussortiert

Einmal aus dem Tunnel herausgeschafft, kommt das Material vor Ort in eine Zerkleinerungs- und Waschanlage. In dieser Aufbereitungsanlage wird das Gestein mit Hilfe von Brechern mehrfach zerkleinert, gesiebt und schlussendlich gewaschen.

Das nicht weiter verwendbare Ausbruchsmaterial wird hierbei ausgesiebt oder ausgewaschen. Nur die stabilen größeren Körner werden weiter verwendet und in unterschiedliche Korngrößen sortiert.

Ab in die Qualitätskontrolle

Begleitend geht’s zur Qualitätskontrolle des Ausbruchmaterials: dabei untersuchen Betontechnologen das Material in einem Labor auf die Brauchbarkeit, zum Beispiel, die Gesteinsfestigkeit. Zusätzlich dazu werden Betonmischungen erstellt zur Bestimmung der Festigkeit, Frostbeständigkeit und Wasserdurchlässigkeit.

Übrigens: Durchschnittlich wurden bisher 38 Prozent des Tunnelausbruchs wieder weiterverwendet.

Nur feinstes Korn

Beim Tunnelbau braucht man viel flüssigen Spritzbeton, der schnell erhärtet. Dieser wird nämlich nach der Sprengung auf den neu ausgebrochenen Tunnelabschnitt gespritzt, um den Hohlraum zu sichern.

Das dafür qualitativ geeignete Material aus dem Tunnelausbruch – sehr feines Korn, das nur bis zu acht Millimeter groß ist –  wird gleich vor Ort für die Spritzbetonmischung eingesetzt.

Neuer Beton für den Tunnel

Eine abgestimmte Kornzusammenstellung mit Gesteinskörnern bis zu 32 Millimeter Größe muss zum Schluss nur noch mit der jeweiligen Menge an Wasser und Zement in die Mischanlage. Und voilà, schon hat man neuen Beton, der gleich wieder für die Tunnelinnenschale eingesetzt wird.

Ein Beispiel: Der Zufahrtstunnel „Wolf“ (bei St. Jodok in Tirol), konnte so komplett ohne Zulieferung von Gestein fertig gestellt werden.


Der neue Brenner-Basistunnel

Vom Tunnelausbruchsmaterial zu neuem Beton.