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Von Altkarton zur neuen Faltschachtel

Einmal Karton, immer Karton? Für alle, die schon immer wissen wollten, was aus ihrem Altkarton wird.

Jährlicher Altpapier-Abfall in Österreich: 1,67 Mio. Tonnen

1,67 Mio. Tonnen Altkarton, Papier und Pappe werden jährlich über die kommunale Altpapiersammlung, also aus den Sammelbehältern der Haushalte, der Sammelzentren und von den Gewerbe- und Industrieunternehmen gesammelt.

2015 kamen 394.000 Tonnen Altkarton ins Mayr-Melnhof Werk in Frohnleiten, um weiterverarbeitet zu werden.

 

Altkarton und Frischfaser

Je nach Qualität des Altkartons, bedarf es häufig auch noch eines weiteren Stoffes – und zwar Frischfasern aus Holz.

Die eingesetzten Frischfasern in dem Aufbereitungsprozess stammen aus nachhaltig bewirtschafteten Wäldern und kommen gleich im ersten Verarbeitungsschritt zum Einsatz.

 

 

Rohstoffaufbereitung mit Wasser und Hitze

Im ersten Schritt werden alle Rohfaserstoffe, wie Altpapier, Zellstoff und Holzschliff in sogenannten Pulpern – wie ein übergroßer Mixer – mit Wasser vermischt und aufgelöst.

Im zweiten Schritt kommt das Wasser-Faser-Gemisch in ein Sieb, wo Kleinmaterialrückstände wie Sand, Büroklammern, Kunststofffolien oder Glas aussortiert werden.

Danach wird das gereinigte Gemisch auf über 90 Grad Celsius erhitzt, um die letzten Keime abzutöten und Wachs- und Klebereste zu entfernen.

  

 

 

Entwässert und gepresst

Als Nächstes kommt das Gemisch – bestehend aus 99 Prozent Wasser und einem Prozent Faseranteil – in endlos umlaufende Siebe der Kartonmaschine. Dadurch wird Wasser dem Gemisch entzogen und auf dem Sieb bleiben die sogenannten Faservliese namens „Lagen“ übrig. Der Wassergehalt des Faservlieses liegt nach dem Vorgang bei 85 Prozent. Dann werden die auf unterschiedlichen Sieben hergestellten Lagen zusammengeführt, im Fachjargon auch „vergautscht“ genannt. 

Die aus den Lagen bestehende Kartonbahn wird im nächsten Schritt über Walzen geführt, gepresst und mit Hilfe von Filzen auf den Walzen, die Wasser aufsaugen, weiter entwässert. Zum Schluss besteht das Gemisch aus 55 Prozent Wasser.

Rein in den Trockner

Jetzt geht’s ans Trocknen: In der sogenannten „Vortrockenpartie“ wird die Kartonbahn wie bei einem Slalom durch Trockenzylinder geleitet, die auf über 125 Grad Celcius erhitzt werden.

Im nächsten Zylinder, dem Glättezylinder, bekommt die Kartonbahn – wie bei einem überdimensionalen Bügeleisen – eine glatte Oberfläche. Und dann geht’s wieder in die Trockenzylinder, die den Wassergehalt des Kartons schlussendlich auf sieben Prozent minimieren.

 

Rauf mit der Farbe

Um die Oberfläche des Kartons zu verschönern, wird er zum Schluss noch mit weißer Farbe bestrichen. Dadurch schaut der Karton nicht nur schön weiß aus, sondern kann auch besser bedruckt werden. 

Die Kartonrückseite wird übrigens einmal gestrichen, während die Oberseite zwei- oder dreimal bestrichen wird.

Fertig für den Versand

Die fertige Kartonbahn steht jetzt nur noch einen Arbeitsschritt vor dem Versand: und zwar, wird der neue Karton in die gewünschten Rollen oder Formate geschnitten, klimasicher mit Hilfe einer Kunststoffhaube verpackt und an die Druckereien geliefert.

 

Faltschachteln für Lebensmittel

In den Druckereien werden die Kartons bedruckt und zu Faltschachteln, also Verpackungen für Müsli, Reis, Schokolade u.v.m gestanzt und gefaltet.